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Restauratorin Diesing-Otto

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Zu meiner Person - Warum restaurieren - Wofür brauche ich ein Gutachten - Möbel in Boulle-Technik - Patina- Prophylaxe
 
 
Zu meiner Person:
 
- Ausbildung zur Tischlergesellin
- Studium der Kunstgeschichte an der TU- Berlin, M.A.
  Thema der Magisterarbeit: "Friderizianische Bilderrahmen",
- 15 Jahre angestellt in der Möbelrestaurierung der Stiftung Preußische Schlösser und    
  Gärten, Berlin-Brandenburg
- Weiterbildung in Vergoldungstechniken und Oberflächenbehandlung
- Vorträge u.A. beim VdR
- Dozentin für Gasthörer an der FU-Berlin
- eigene Firma "Alte Kunst"
- private Sachverständige für Möbel und Holzobjekte bis 1850 sowie
   Schadensregulierung bei Restaurierung
 
Warum restaurieren ?
 
Eine verantwortungsvolle Restaurierung schützt ein Objekt vor weiteren Verfall. Kunstwerke sind, wie alles im Leben, dem Zahn der Zeit unterworfen. Entstanden in der Vergangenheit, sind sie Zeugnisse der Geschichte, die Einblicke in jene Zeit geben. Als solche Botschafter unserer Kultur und sind sie wertvoll und deshalb erhaltenswert. Ihr Wert steigt mit voranschreitender Zeit: je mehr kaputt geht , desto wichtiger wird jedes einzelne Stück. Eine Aktie mit natürlich steigendem Wert. Natürlich nur, in einer Gesellschaft, die nicht nur in der Gegenwart lebt, sondern mit Vergangenheit und Zukunft bewußt umgeht. Auch nachfolgende Generationen möchten diese Zeugnisse der Vergangenheit betrachten und begreifen, was und mit welch großen Können Jahrzehnte und Jahrhunderte
vorher große Meister geschaffen haben. Eine verantwortungsvolle Restaurierung verfälscht solche Kunstwerke nicht und versucht sie nicht zu schönen. Dies sind Wertmindernde Eingriffe. Mit traditionellen Handwerkstechniken und Materialimmanenten Eingriffen können Schäden behoben werden. Eine Dokumentation macht diese Eingriffe transparent. Eine gute Restaurierung erhält ein Kunstwerk als Botschafter der Vergangenheit und schützt das Werk vor weiterem Verfall.
 
Wofür brauche ich ein Gutachten ?
 
Oft fehlt das nötige Hintergrundwissen, ob und wie bedeutend ein Objekt ist. Das Wissen um handwerkliche Techniken und um ausgefallene Materialien ist nicht mehr Gegenwärtig und von modernen Dingen verdrängt. Exquisite Kunstschöpfungen werden oft gar nicht mehr als solche erkannt und werden zu Schleuderpreisen verkauft. Umgekehrt, erkennt auch nur der Fachmann, wenn der schöne Schein trügt und es sich um eine Fälschung handelt. Oft werden in gerichtlichen Auseinandersetzungen Gutachten angefordert, um den Wert des Streitobjektes neutral festzustellen. Manchmal entscheidet die Expertenmeinung auch nur darüber, ob man ein Objekt aufwendig restaurieren läst, oder nicht. Oft entscheidet sich der Wert eines Kunstwerkes ganz unabhängig vom Kunstmarkt. Er ist immer Schwankungen und Trends unterworfen.
 
Möbel in Boulle-Technik:
 
             
     
 
Kommode aus einem französischem Loireschloss, 19.Jh.
 
Es handelt sich bei diesen Objekten um besonders kostbare Möbel, die mit einem Intarsienbild aus Messing und Schildpatt furniert sind. Namensgeber ist André Charles Boulle, Hofebenist des französischen Königs Ludwig XIV., der diese Technik besonders gut beherrschte. Stücke aus seiner Hand gehören zu den begehrtesten Objekten der Möbelkunst. Im 19. Jh. kamen Möbel in Boulle-Technik wieder auf. Sie galten in der Zeit der Restauration als herrschaftliches Attribut. Leider sind diese Möbel durch die unterschiedlichsten Reaktionen bei veränderter Luftfeuchtigkeit sehr stark dem Verfall ausgesetzt und nahezu unersetzbar.
Der Panzer der Karettschildkröte, der hier als rot - oder schwarz hinterlegtes Schilpatt verarbeitet wurde, unterliegt, zurecht, dem Artenschutz. Um so wichtiger ist es, die vorhandenen Kunstwerke zu erhalten. Das Messing, teilweise fein graviert, wird oft durch starke Korrosionen zerstört, die nur unter Substanzverlust zu stoppen sind. Ein internationales Forschungsprojekt, innitiiert durch die Getty Fondation in Los Angeles, rückt die Erhaltung dieser Wertvollen Objekte in den Mittelpunkt. Restauratoren und Kunsthistoriker begleiten mit Ihrem Wissen und Erfahrungen Restaurierungsprojekte des Bayerischen Nationalmuseums, in der Hoffnung, die Möglichkeiten der Restaurierung zu verbessern und im Vorfeld dem Verfall Einhalt zu gebieten.
 
Das Projekt wird in der Zeitschrift "Kunst und Auktionen" vom 27.11.2009 auf S. 40 ff vorgestellt.
Ute Hack: "Boulle-Möbel als Statussymbole im neuen Glanz".
 
Das Forschungskolloquium wurde 2011 erfolgreich abgeschlossen und mit dem European Award als bestes europäisches Forschungsvorhaben im Fach Restaurierung ausgezeichnet.
 
Details aus einem Wandspiegel, 19.Jh.: starke Ablösung und Verlust von Messingeinlagen und Schildpatt
                 
 
 
 Patina:
 
Dieses Thema war über 2 Semester Thema meiner Lehrveranstaltung gemeinsam mit Beatrice Szameitat an der FU - Berlin, Kunstgeschichte für Gasthörer:
 

Patina ist ein wahrnehmbares Zeichen für Alterung .  Alte Gegenstände faszinieren uns, weil sie scheinbar unbeschadet eine große Zeitspanne des rauen Lebens überstanden haben. Dies wird als Zeichen von Qualität und somit von Werthaltigkeit empfunden.  Unbeschadet ? Lange Zeit hat man sich besonders die Kunst vergangener Epochen in einem makellosen Erscheinungsbild gewünscht.  Restauratoren präparierten Kunst auf den Entstehungszustand zurück, als hätte der Faktor Zeit sie nie berührt. Heute geht gerade davon die Faszination aus und als Nachweis der vergangenen Zeit erzählt unter Anderem die Patina. Patina adelt Gegenstände als alt und gilt unter Fachleuten als Indiz für Antiquitäten um sie von einem Fake  abzugrenzen. Hier ist eine interessante Entwicklung zu beobachten. Patina wurde über lange Zeit als unästhetisch empfunden. Die Suche nach dem künstlerischen Original  war Anlass, Patina zu entfernen.  Die Ergebnisse dieser Reinigungsmaßnahmen  hinterließen oft entfremdete Kunstgegenstände, war ihnen doch ihr Alter genommen. Nachdem man das erkannte , bekam Patina eine neue Wertschätzung. Es begann eine langsame , spannende Entwicklung, die in den Museen begann. Man respektierte die Spuren der Zeit und sah sie als Indiz für die Würde eines Kunstwerkes und als Zeichen seines Alters. Sehr bald spiegelt sich dieses neue Empfinden auch in weiteren Teilen der Gesellschaft wieder.  Patina adelt nicht nur alte Kunst, sondern gilt in vielen Bereichen der modernen Kunst als Stilmittel und Ausdrucksform, die der Künstler sicher einzusetzen vermag.  Patina findet Eingang in das modische Bewusstsein .  Shabby- Chic, verschlissene, künstlich gealterte Kleidung , ist schon in der Haute Couture angekommen.

Ein neues ästhetisches Empfinden findet heutzutage Gefallen an alten rohen Backsteinwänden, Möbeln mit starken Gebrauchsspuren, abblätternder Farbe  und sogar an ruinösen Industriebauten. Patina ist inzwischen ein sehr starker Marketing Faktor. Welch faszinierende Entwicklung!!

Zu dem Thema entsteht gerade ein Blog und vielleicht doch noch ein Buch ???

 
Prophylaxe:
Schweren Schäden an Kunstgegenständen kann durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen vorgebeugt werden.
Eine Regulierung des Raumklimas hilft Schäden durch Holzschwund zu vermeiden.
Eine sachkundige Beratung vor einem Umzug vermeidet Transportschäden.
Wertvolle Fußböden können vor Abnutzung geschützt werden.