Möbel in Boulle Technik

Kommode aus einem französischem Loireschloss, 19.Jh.

Es handelt sich bei diesen Objekten um besonders kostbare Möbel, die mit einem Intarsienbild aus Messing und Schildpatt furniert sind.

Namensgeber ist André Charles Boulle, Hofebenist des französischen Königs Ludwig XIV., der diese Technik besonders gut beherrschte. Stücke aus seiner Hand gehören zu den begehrtesten Objekten der Möbelkunst.
Im 19. Jh. kamen Möbel in Boulle-Technik wieder auf. Sie galten in der Zeit der Restauration als herrschaftliches Attribut. Leider sind diese Möbel durch die unterschiedlichsten Reaktionen bei veränderter Luftfeuchtigkeit sehr stark dem Verfall ausgesetzt und nahezu unersetzbar.
Der Panzer der Karettschildkröte, der hier als rot – oder schwarz hinterlegtes Schilpatt verarbeitet wurde, unterliegt, zurecht, dem Artenschutz. Um so wichtiger ist es, die vorhandenen Kunstwerke zu erhalten. Das Messing, teilweise fein graviert, wird oft durch starke Korrosionen zerstört, die nur unter Substanzverlust zu stoppen sind. Ein internationales Forschungsprojekt, innitiiert durch die Getty Fondation in Los Angeles, rückt die Erhaltung dieser Wertvollen Objekte in den Mittelpunkt. Restauratoren und Kunsthistoriker begleiten mit Ihrem Wissen und Erfahrungen Restaurierungsprojekte des Bayerischen Nationalmuseums, in der Hoffnung, die Möglichkeiten der Restaurierung zu verbessern und im Vorfeld dem Verfall Einhalt zu gebieten.
Das Projekt wird in der Zeitschrift „Kunst und Auktionen“ vom 27.11.2009 auf S. 40 ff vorgestellt.
Ute Hack: „Boulle-Möbel als Statussymbole im neuen Glanz“.
Das Forschungskolloquium wurde 2011 erfolgreich abgeschlossen und mit dem European Award als bestes europäisches Forschungsvorhaben im Fach Restaurierung ausgezeichnet.
Details aus einem Wandspiegel, 19.Jh.: starke Ablösung und Verlust von Messingeinlagen und Schildpatt